Nicht um jeden Preis, Herr Sarrazin

“…zahlreiche Untersuchungen der EU, der UN, des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank belegen, dass die europäischen Staaten deutlich mehr Zuwanderung brauchen, damit in den Ländern genügend Menschen sind, die die Wirtschaft wettbewerbsfähig halten…” (by ZDF.Blog) Aber sicher nicht um jeden Preis. Schon gar nicht um den Preis der deutschen Demokratie. Der Blogeintrag von Elmar Theveßen am 25.08.10 in Kennzeichen Digital – Das Blog hat bis 29.8.10 um 23:45 sage und schreibe 428 Kommentare angeregt. Bislang wohl die meisten Kommentare, die auf diesem Blog ein Eintrag bekommen hat. Das Thema hat es aber auch in sich. Der Anlass auch. Herr Sarrazin, Bundesbanker, SPD-Mitglied und einer, der provoziert, spaltet und Emotionen mit rassistischen Ideen anheizt hat sich mal wieder, diesmal mit Buch und einigen Interviews zu Wort gemeldet. Das Problem an Herrn Sarrazin ist zunächst er selbst, dann aber vor allem die Tragik, wenn wichtige Themen Demagogen seiner Sorte überlassen werden. Die Fragen sind wichtig, das kann man Herrn Sarrazin nicht absprechen. Nur braucht es klare Regeln des Zusammenlebens. Und an einer Tatsache kommen wir trotz Globalisierung, trotz sog. offenen Welt und trotz der Angst, wenige Bewohner würden die Arbeit in der Zukunft nicht schaffen, vorbei: Ein historisch, kulturell und sozial über Jahrtausende gewachsenes Land ist und bleibt nun mal ein Gastland für die, welche als Besucher dort ankommen. Es ist zu akzeptieren, dass sich die Bevölkerung als Gastgeber versteht und erlebt.

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Geldmacht lebt über unsere Verhältnisse - Destruktiv ist teuer

Wenn wir hier über Moral reden wollen, dann müssen wir uns fragen, wer erlaubt und wer fördert Wirtschafts- und Rahmenbedingungen, so dass wir heute den Eindruck haben müssen – jeder kann beinahe machen was er will, vorausgesetzt, er hat genug Macht des Geldes hinter sich, kann er sich alles erlauben. Diese Arroganz ist es, die alles vergiftet und Innovationen im Gemeinwesen im Ansatz erstickt, weil nicht erwünscht. Wachstumsbarrieren, meint das, was alles den Menschen in der Gesellschaft von Kartellen aller Art in den Weg gestellt wird, damit die Bevölkerung ja nicht erfolgreich wird: Geldwäsche (Schaden von 1.000 Milliarden USD/Jahr weltweit (10% des Welthandels) 1990-2004 verzehnfacht ), Angst (Kosten von 2.000 Milliarden USD/Jahr weltweit), Korruption/Bestechung (Schaden von 2.500 Milliarden USD/Jahr weltweit (5% aller Wirtschaftskosten), Drogenmarkt (Schaden von 900 Milliarden USD/Jahr weltweit (2000/2001 haben 200 Millionen Menschen weltweit illegale Drogen eingenommen), Alkohol (Umsatz 700 Milliarden USD/Jahr weltweit (mehr als für Forschung), ohne Folgekosten der Alkoholwirkung), Sabotage, Betrug, Klauen, Einbruch, Opfer, sexuelle Gewalt, seelische Störungen, Ehetrennungen, Dienst nach Vorschrift, innere Kündigung.

Es sind nicht die Arbeitslosen und bei uns auch nicht die Harz IV Empfänger, die solche gigantischen Kosten mit kriminellen Handlungen für das Gemeinwesen verursachen. Ich persönlich rechne die Gründe für die Bankenkrise dazu. Es wurden Bilanzen frisiert, es wurden Doppelbilanzen angestellt, es wurden “schmutzige Papiere” unter das Bankenvolk gebracht usw. usw. Es ist leider die sog. Elite der Länder, die sich hier auf Kosten der Allgemeinheit bedient. ->-> Read More

Jahrestag von White-Interview

White: Die Frage ist, was im Moment die größte Gefahr ist. Wir haben diese steigenden Inflationsraten. Das ist eine echte Bedrohung für die Stabilität der Wirtschaft, vor allem wenn sie dazu führen, dass die Menschen dauerhaft mit einer höheren Teuerung rechnen. Darauf müsste man mit höheren Zinsen reagieren. Zugleich besteht das Risiko eines dramatischen Einbruchs der Konjunktur, auch weil die Finanzkrise nicht ausgestanden ist. In diesem Fall ginge die Inflationsrate schnell zurück, und man kann auch eine Deflation, also fallende Preise, nicht ausschließen. Das spricht für niedrigere Zinsen.

»Das Spiel ist aus«
William White, Chefvolkswirt der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), über das Ende des Wachstums und turbulente Zeiten für die Weltwirtschaft.
(Ein Interview in DIE ZEIT 3.7.2008) ->-> Read More

Hysterie um Euro

“Wir haben mit den Gewerkschaften, mit den Sozialverbänden, den Umweltverbänden durchaus Verbündete – und wir werden diese soziale Unwucht, die sich abzeichnet, nicht akzeptieren können”, sagte Andrea Nahles einem Radiosender. Die Bundesregierung traue sich nicht, zum Beispiel Spekulanten zu besteuern, um so die Einnahmesituation zu verbessern. “Die kleinen Leute müssen wieder dafür einstehen, was Einige, die offensichtlich zu viele Risiken eingegangen sind, verjuxt haben.” (von ZDF.de: “Sparpaket “soziale Unwucht” – SPD kritisiert geplante Maßnahmen”)

Währungskrise ->-> Read More

Zeigefinger der FDP

Ich habe nicht vor, meine Website zu einer Westerwelle-Website verkommen zu lassen, aber es ist nun mal seit 14 Tagen so, dass Herr Westerwelle seine Propaganda in der Fläche Deutschland und den Deutschen aufdrückt und damit eine vernünftige Diskussion über wichtige Fragen des Umbaus vom kränkelndem zum hilfreichen Sozialstaat für alle stört. Gewaltig stört. Dabei sei nicht vergessen, dass wer seinen Zeigefinger gegen andere ausstreckt, ihn auf sich selbst richtet. Geistig-politische Wende beim Schneeschieben. So viel Unsinn von einem, der uns als Außenminister vertritt, ist kaum auszuhalten. Auf jeden Fall hat Herr Westerwelle viel bei Jürgen W. Möllemann gelernt, der die FDP rettete – und fast ruinierte.

Dekadenz: Herr Westerwelle scheint ja nicht mitbekommen zu haben, dass das römische Imperium nicht wegen einer Dekadenz der Armen untergangen ist, sondern an dem dekadenten gierigen und unmoralischen Verhalten der Reichen, der Führungskreise in der Politik und Wirtschaft, die Grundlagen der Gesellschaft zu eigenem Vorteil aufgefressen haben. Da hilft es wenig, wenn sich Herr Westerwelle selber lobt. „..Die von ihm angestoßene Diskussion “war sachdienlich, sie hat die Dinge vorangebracht”. Im Mittelpunkt stehe “endlich wieder die Mitte, die Mittelschicht, die alles erarbeitet hat, was verteilt werden soll”…“ Das reicht bei der Wahl gerade mal noch für knapp 5% und ich hoffe, dass es die Menschen in der NRW-Wahl auch berücksichtigen. Sie sollen wissen, dass das Problem „wer arbeitet, soll mehr haben“ darin besteht, dass nicht das bezahlt wird, was geleistet wurde.

Geistig-politische Wende

Geistig-politische Wende

“…Was in den Boomländern aber gestiegen ist, und zwar teilweise dramatisch ist die private Schuldenquote – in den USA von 60 Prozent des BIP in den neunziger Jahren auf 100 Prozent. Wenn überhaupt, dann stirbt in dieser Krise das Konzept der Überforderung wirtschaftlicher Ressourcen durch Banker, die sich an Krediten an bonitätsschwache Kunden bereichern und einer Niedriglohnpolitik, die die Haushalte in die Verschuldung zwingt.
Mit dem Wohlfahrtstaat hat das alles nichts zu tun…”

Wenn die industrialisierte Welt wieder gesunden will, müssen die Ansprüche, vor allem Ansprüche der freien Wirtschaft auf Subventionen an den Staat erheblich sinken.

“…In Deutschland bekommen Lobbyisten immer stärkeren Einfluss auf die Politik, kritisieren Rechtswissenschaftler und halten das für undemokratisch. So hat die neue Bundesregierung mehrere Spitzenpositionen in Ministerien mit ehemaligen Interessenvertretern großer Unternehmen und Wirtschaftsverbände besetzt. Beispiele dafür hat Frontal21 im Umwelt-, Gesundheits- und im Verkehrsministerium recherchiert. Professor Ulrich K. Preuß von der Hertie School of Governance warnt im Frontal21-Interview, dass der “Staat zur Beute von Spezialinteressen wird und damit seine Funktion, Repräsentant der Gemeinwohlinteressen der Gesellschaft zu sein, damit mehr und mehr aufgibt”…

und: “…Es wird eine politische Debatte darüber geben müssen, wer die Folgen der Krise finanzieren soll. Die Senkungen der Einkommenssteuern, wie sie jetzt diskutiert werden, würden etwa besonders Gutverdiener aus der Finanzierung der Krisenfolgen herausnehmen…” (Blog.Zeit.de)


Wir

haben 1,3 Millionen Aufstocker, 7 Millionen Menschen ohne reguläre Arbeit, für die aber nur 900.000 freie Stellen offen sind. Der Sozialetat im Bundeshaushalt beträgt 700 Milliarden. Davon brauchen wir 48 Milliarden für HARTZ-IV. Für die Bankenrettung musste die Bundesregierung 480 Milliarden Kredite aufnehmen, die Gesamtsumme der ganzen Rettungs- und Konjunkturmaßnahmen betragen schon 1,2 Billionen EURO – Subventionen, die den Arbeitslosen nicht zu Gute kommen. Arbeitgeber raten einem potentiellem Mitarbeiter, ->-> Read More

Tod in China

Ein Weltrekord der Olympischen Sommerspiele 2008 in der Volksrepublik China. Ein trauriger, dessen Dimension ich noch nicht erfassen kann. In diesem Jahr der Sportbegeisterung wurden in China mindestens 1.728 Menschen hingerichtet, 7.003 wurden zum Tode verurteilt. In China muss es verdammt kalt einsam in der Seele sein. Einerseits eine Kultur mit feinen Gespür für unsichtbare stoffliche Zusammenhänge des menschlichen Lebens in der Seele Körper, in der chinesischen Medizin Meridianen und Punkten am Körper folgend, hohe Kenntnis der Kräuterbehandlung, in der Poesie und Malerei wesentliche Essenzen des Augenblicks mit wenigen charakteristischen Metaphern festhalten. Gekonnte Pinselstriche für jeden konzentrierten Betrachter. Und dann das als Kontrastprogramm, 1.728 hingerichtet und 7.000 zum Tode verurteilt. Eine Kulturleistung ohne Vergleich. Obendrein haben sie einen Briten hingerichtet, bei dem sie es trotz Hinweise der Familie nicht einmal für nötig gehalten haben, den psychiatrisch untersuchen zu lassen. Aber sie wollten wohl der EU die Zähne des Drachen zeigen und sich für diverse Aktivitäten der EU rächen, für Entscheidungen, die China kritisieren. Und das ist in China nicht gerne gesehen. Auch Bürgerrechtler nicht, gerade haben sie einen für 11 Jahre Gefängnis verurteilt. ->-> Read More

Währungsreform nein, Derivate verbieten

Die Regierungen können Währungsreformen verordnen, sie können Besitz von Gold verbieten und alle Goldreserven der Bürger an sich nehmen – alles schon mal passiert. Dann müssen sie auch im Stande sein, die Derivate gänzlich zu verbieten, auch von heute auf morgen – geht ja bei den Crash-Maßnahmen wie Währungsreform und Konfiskation auch. Warum geht es also nicht bei den Derivaten? Wäre doch vorbeugend und Wert schaffend. [...]